Die thematische Komplexität in den Arbeiten von Julian Jankovic tritt vor allem in seinen Wandobjekten und hier in Form von Schichtungen und Struktur hervor. Luftpolsterfolien sind darin straff über farbige Grundierungen auf Holzrahmen gespannt und es ergibt sich auf den ersten Blick ein harmonisches Bild, dem auch eine gewisse Ordnung ähnlich einer digitalen Matrix auferlegt scheint. Wie fragil allerdings das Konstruierte tatsächlich ist, wird in dessen unvermeidbarer Interaktion mit Umweltfaktoren ersichtlich. Bei unachtsamen Berührungen springen die Noppen der äußersten Folienschicht wie Fieberblasen auf und wird die Luft zu trocken, klaffen die vorab vom Künstler mit dem Heißluftföhn angesengten Schichtungen

auf. In Reminiszenz an die Materialbilder von Alberto Burri und der Arte Povera, sind die Transformationen in Jankovics Arbeiten aber keineswegs im Sinne einer Effekthascherei angelegt, sondern werden vom Faktor Zeit, der Temperatur, der

Luftfeuchtigkeit sowie der Sonneneinstrahlung bestimmt.

 

- Textausschnitt von Esther Mlenek

                         o.T. - acryl auf Luftpolsterfolie, 60 x 80 cm, 2022

               o.T. - acryl auf Luftpolsterfolie, 140 x 120 cm, 2022